bücher
in dieser rubrik stelle ich ein paar bücher vor, die für meine arbeit wichtig sind. Diese bücher können auch bei mir bestellt werden.
Bücher zum Thema Geld
Presse-Information September 2000
«Die Grenzen des Turbokapitalismus»
Mit unserem Streben nach unablässigem wirtschaftlichem Wachstum, nach immer höherer Produktion und mehr Konsum befinden wir uns auf Kollisionskurs mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen und mit uns selbst. Eine Tatsache, die wir zwar verdrängen, der wir aber nicht ausweichen können.
«Unendliches Wachstum passt nicht in eine endliche Welt», hat der grosse Ökonom E.F. Schumacher bereits vor Jahrzehnten gewarnt. Die moderne Wirtschaftsgesellschaft will von dieser grundlegenden Einsicht nichts mehr wissen. Nach dem Sieg über den Kommunismus hat sich der globale Kapitalismus freie Bahn verschafft. Jetzt bestimmt der Neoliberalismus den Markt, und der kennt kein Genug. Wir sind heute gefangen in ökonomischen Sachzwängen und in einer Art Wachstumswahn, deren unangenehme Folgen immer offensichtlicher werden: die Eigendynamik des Geldes und der Börsen, der Konkurrenzdruck, die Verschwendung von Ressourcen. Es ist an der Zeit, Auswege aus dieser kritischen Situation zu suchen und Alternativen aufzuzeigen.
Der Umweltökonom Hans-Peter Studer befragt namhafte Persönlichkeiten zur Lage der heutigen Wirtschaft und Gesellschaft, u.a. die Professoren Hans-Christoph und Mathias Binswanger, Peter Ulrich, Hans Ruh und Nationalrätin Simonetta Sommaruga. Die kritischen Analysen dieser bekannten Wirtschaftsethiker und eigene Beiträge des Autors gehen den Ursachen auf den Grund. Zudem skizzieren sie Auswege mit dem Ziel einer höheren Lebensqualität bei gleichzeitiger Schonung der Ressourcen eine «Masswirtschaft der Lebensfülle» auf der Basis ethisch und ökologisch verantwortlichen Handelns.
Hans-Peter Studer, Die Grenzen des Turbokapitalismus
Halbleinen mit Schutzumschlag, 230 Seiten, Fr. 25.--
Informationen zum Autor
Hans-Peter Studer ist selbständiger Umwelt- und Gesundheitsökonom, Chefredaktor und Buchautor. Mit seinen mutigen Publikationen und Vorträgen hat er über die Schweiz hinaus grosse Beachtung gefunden. Er tritt insbesondere für ein von ethischer und sozialer Kompetenz getragenes wirtschaftliches Handeln ein.
WPI SPEZIAL
Liebe LeserInnen
Beiliegend eine Zusammenstellung der Auszüge aus Texten über/von H.P. Studer, die im WPI unter dem Titel Neue Ökonomie erschienen:
Weitere Mauern müssen fallen... Planwirtschaft unter dem Deckmantel des freien Marktes von Hans-Peter Studer S.1 Die ehemaligen Feindbilder fehlen uns. Wir sind deshalb gezwungen, uns mit den immer grösseren Problemen zu befassen, die uns unser eigenes politisches und wirtschaftliches System tagtäglich beschert. Absehbarerweise müssen noch weitere Mauern fallen auch in uns selbst ...Auch in einer freien Marktwirtschaft ist es offenbar mit der Freiheit nicht mehr weit her. Wir sind gezwungen, so zu handeln, wie wir das eigentlich gar nicht wollten. Und wer zwingt uns? Die mondialisierte Hochfinanz im Zusammenspiel mit transnationalen Grosskonzernen, die über immer neue Megafusionen stets noch gigantischer werden und die demokratisch legitimierte und kontrollierte Macht der Nationalstaaten aus den Angeln heben. ... Die freie Marktwirtschaft ist längst zur grenzenlosen Machtwirtschaft geworden, und selbst viele von jenen, die das eigentlich gemerkt haben, ziehen daraus die falschen Schlüsse. Denn sie erhoffen sich das Heil nun von ebenfalls grösseren politischen Gebilden, ohne zu beachten, welchen Zweck diese Gebilde verfolgen. Die kleinsten bzw. unwirtschaftlichen Unternehmen müssten verschwinden oder in grössere Gesellschaften aufgehen, heisst es im Grundsatzprogramm zum EU-Binnenmarkt, dem sogenannten Cecchini-Bericht...Genützt hat es wie beabsichtigt den Grossen. Sie konnten ihre Macht und ihren Einfluss auch dank der fehlenden demokratischen Strukturen weiter stärken. Die Kleinen jedoch gerieten zusehends unter die Räder, wurden in Nischen verdrängt oder aber sind weiterhin arbeitslos oder schlecht bezahlt. Anschauungsunterricht über die absurden Folgen der fragwürdigen EU-Wachstumspolitik offener Grenzen liefert im übrigen das Buch von Volker Angres, Claus-Peter Hutter und Lutz Ribbe: Bananen für Brüssel. Von Lobbyisten, Geldvernichtern und Subventionsbetrügern (Droemer-Verlag 1999) oder auch jenes von Bruno Bandulet: Tatort Brüssel. Das Geld, die Macht, die Bürokraten (Wirtschaftsverlag Langen Müller / Herbig 1999) (für uns 11/99)
Denkfabrik mit Hans-Peter Studer S.16 Masswirtschaft der Lebensfülle: Er plädiert in seinem Modell für die Beschränkung der Einkommen und der Gewinne nach oben und nach unten. Die Änderung der Steuergesetzgebung nach seinen Vorstellungen hat einen Wachstumsstopp im Visier. Damit würden verschiedene Mechanismen ausgelöst, welche die heutige Wirtschaft drastisch verändern würden. Er beschäftigt sich vor allem mit Verteilungsfragen, die INWO dagegen stellt das heutige Geldwesen an sich als dringend reformbedürftig dar. (evolution 9/99)
Masswirtschaft der Lebensfülle S.9 Eigeninitative statt Eigennutz ins Zentrum des Wirtschaftens stellen. In Anlehnung an Hazel Henderson betont Hans-Peter Studer: Eine Welt, in der gerade der &Mac226;zivilisierte Teil der Menschheit in egoistischer Vordergründigkeit nur noch um das goldene Kalb tanzt, muss zwangsläufig entarten. Die Anhäufung von Mikro-Entscheidungen, die sich weitgehend am Geld und Eigennutz ausrichten, kann nur ein Makro-Chaos zur Folge haben. (evolution 6/7 99)
Die guten Nachrichten
Für eine Masswirtschaft der Lebensfülle von Dr. oec. H.P. Studer. Seit die SP-Regierungen der EU ihr Schiff nun auch auf neoliberalem Kurs steuern, existiert auf dem Gebiet der Ökonomie sozusagen ein Vakuum. Wie könnte eine neue Wirtschaft als Alternative zum neoliberalen Casino-Kapitalismus aussehen? (s. Beil.: Holon-Extra 1999) Ein Holon-Grundlagenpapier:
Zentrale Bedeutung kommt dabei Pionierstaaten zu, die es wagen, sich möglichst weitgehend von der zerstörerischen globalen Machtwirtschaft abzukoppeln und wieder eigenständige lebensdienliche Wege zu gehen. Sie entfalten Vorbildwirkung und motivieren die Staatengemeinschaft, auch auf internationaler Ebene neue Rahmenbedingungen für eine nachhaltige, zukunftsverträgliche Masswirtschaft der Lebensfülle zu schaffen, welche die Völker und Regionen gleichrangig miteinander verbindet, anstatt sie wie heute in Konkurrenz zueinander zu setzen.
Holon möchte diesen Bewusstwerdungs-Prozess als Netzwerk öko-spirituell motivierter Organisationen und Personen fördern, zur längst fälligen Entstehung eines neuen Weltbildes und Paradigmas auch in der Ökonomie beitragen und dazu einladen, die in diesem Grundsatzpapier vertretenen Gedanken weiterzuentwickeln und zu verwirklichen. So bedrohlich und schmerzlich die gewaltigen Turbulenzen sind, welche die globale Geld-Konkurrenz-Wirtschaft hervorgebracht hat und noch verstärken wird, sie können zur einzigartigen Chance eines Bewusstseinssprungs der Menschheit werden, wenn wir sie als Geburtswehen für ein spirituelles Zeitalter der Lebensfülle begreifen, dessen lebenspraktische Grundlagen zu schaffen wir heute den Mut haben müssen. www.holon.ch
Der Mythos vom Geld, die Geschichte der Macht
Stephen Zarlenga
Unbekannter Einband (1999) ?; ISBN: 3905267004 sfr. 44.
Rezensionen
Kurzbeschreibung
Zarlengas umfassende Geschichte des Mythos vom Geld - vom Tauschhandel bis hin zur europäischen Währungsunion - vermag Wissenschaftler, Fachleute und Laien gleichermaßen zu faszinieren. Dies ist die kritische Geschichte des Geldes und der Währung. Die oft überraschenden Thesen Zarlengas belegen, daß die säkulare Macht in einer Gemeinschaft vor allem von ihrem Geld- und Bankensystem ausgeübt wird - und nicht, wie wir naiverweise anzunehmen gewillt sind, von Regierungen und Volksvertretern.
Der Verleger, jurg@conzett.ch aus Zürich/Schweiz , 14. Mai 1999
Die Macht einer Gesellschaft wird vor allem von ihrem Geld- und Bankensystem ausgeübt. Regierungen und Volksvertreter stehen zwar im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, aber die wirklich wesentlichen gesellschaftlichen Fragen werden oft hinter den Kulissen, in Banken, Börsen und Devisenmärkten, entschieden. Zarlengas These, dass eine falsche Definition des Geldbegriffs häufig dazu führt, dass bestimmte Gruppen Macht über das Geldwesen einer Gesellschaft und damit auch über die Gesellschaft selbst ausüben können", wird mit der Beschreibung der Geschichte dieser monetären Machtausübung - vom Tauschhandel bis hin zum Euro - belegt. Gerade im Hinblick auf die europäische Währungseinheit ist das Wissen über die Geschichte des Geldes von entscheidender Bedeutung, denn die Auswirkungen eines monetären Systems werden manchmal erst nach Generationen sichtbar. Zarlenga legt eine umfassende Geschichte des Geldes und der Währungen vor, die Wissenschaftler und Laien gleichermassen zu faszinieren vermag und die geeignet ist, unser Gesichtsfeld erheblich zu erweitern.
Bernard Lietaer: Das Geld der Zukunft und Mysterium Geld
Geld regiert die Welt -- oder?
Geld spielt für den Einzelnen ebenso wie für die Gemeinschaft eine wichtige Rolle. Wir neigen dazu, unser Geld als etwas Selbstverständliches zu betrachten, doch in Wirklichkeit verstehen nur wenige Menschen, was Geld wirklich ist oder warum es unser Leben so dominiert. Zwei Bücher -- Das Geld der Zukunft und Mysterium Geld -- untersuchen unter Verwendung zweier komplementärer Ansätze das Rätsel Geld. Beide erklären dem Leser, der kein Fachmann zu sein braucht, auf unterhaltsame Weise, warum Geld zum Meister für so viele werden konnte und wie wir es kollektiv oder individuell zu unserem Diener machen können.
Das Geld der Zukunft befasst sich mit den externen Aspekten der Währungssysteme wie zum Beispiel deren Auswirkungen auf Gesellschaft, Politik und Umwelt. Im Buch werden aktuelle Währungsinnovationen vorgestellt, die bereits in der Praxis bewiesen haben, dass sie zur Lösung von Problemen wie z.B. Arbeitslosigkeit, die wirtschaftlichen Auswirkungen einer Überalterung der Bevölkerung oder Umweltfragen beitragen können.
Mysterium Geld untersucht dagegen die inneren psychologischen Dimensionen der Währungssysteme und fragt beispielsweise, wie Geld unsere Motivation formt oder unsere Wahrnehmung von der Funktionsweise der ,,wirklichen Welt" beeinflusst. Das Buch zeigt, wie unser Währungssystem mit der Geschichte der Unterdrückung des Weiblichen in unseren Gesellschaften und der Sinnkrise von heute zusammenhängt, und warum sich derzeit eine Veränderung vollzieht.
Zum ersten Mal werden diese inneren und äußeren Dimensionen des Geldes in Zusammenhang gebracht. Dennoch können Sie sich aussuchen, welches der beiden Bücher Sie zuerst lesen, je nachdem, ob die inneren oder äußeren Aspekte Sie persönlich mehr interessieren. Jedes Buch steht für sich allein, ergänzt aber das andere.
Das Thema Geld steckt voller Widersprüche. Es fasziniert fast jeden Menschen und kontrolliert sogar einen Großteil unseres Lebens; dennoch ist es nach wie vor ein Tabu, zu fragen, wie viel Geld jemand besitzt oder woher er es hat. Hochgebildete Spezialisten unternehmen große Anstrengungen, ihr Geld zu investieren; dennoch erzeugten diese völlig rationalen Menschen in jeder Generation der vergangenen 250 Jahre völlig irrationale Finanzbooms, auf die katastrophale Zusammenbrüche folgten. In Mysterium Geld wird zum ersten Mal erklärt, warum und wie diese Widersprüche zu einem Kennzeichen unserer modernen Gesellschaft wurden. Das Buch zeigt auch, warum der derzeitige Boom bei den Hightech-Aktien keine Ausnahme bilden und sich nahtlos in die 42 historischen Präzedenzfälle für Spekulationszyklen einreihen wird, die von der holländischen ,,Tulpomanie" im Jahr 1637 bis zum Börsenkrach an der Wall Street 1929 und dem japanischen Crash 1990 reichen.
Auch andere Geheimnisse des Geldes werden gelüftet. So stehen Frauen zum Beispiel an der Spitze von Ländern, Unternehmen, Universitäten und anderen wichtigen Einrichtungen, doch weibliche Präsidenten einer Zentralbank und selbst anderer bedeutender Banken sind so selten wie weibliche Päpste. Weisen die Grundstrukturen unserer Währungssysteme eine bestimmte Eigenschaft auf, die dieses Phänomen erklärt?
Das ist tatsächlich der Fall: Es zeigt sich, dass unser derzeitiges Währungssystem definitiv eine ,,maskuline" Tendenz hat. Diese Tendenz bewirkt unter anderem, dass den gemeinschaftlichen, fürsorgenden Seiten unserer Gesellschaft systematisch Ressourcen entzogen werden. Weitere Folgen sind der Zerfall der Gemeinschaft und die Umweltzerstörung. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Zum ersten Mal seit Jahrhunderten künden aktuelle Veränderungen des Währungssystems von einem möglicherweise fundamentalen Wandel.
Geld ist eine Vereinbarung, die im Allgemeinen unbewusst getroffen wird. Oft wurde sie so verinnerlicht, dass die meisten Menschen unser Währungssystem für selbstverständlich halten und sich ein anderes System nicht einmal vorstellen können. Selbst der Euro ist nur eine konventionelle Bankgeld-Währung, die auf ein geographisch größeres Gebiet angewandt wird. In Das Geld der Zukunft wird jedoch gezeigt, dass sich unbemerkt von den Massenmedien und der offiziellen Sichtweise eine ganz andere Währungsrevolution vollzieht. Neue Komplementärwährungssysteme, die als Ergänzung zu den konventionellen Landeswährungen fungieren, bieten Möglichkeiten, die bereits effektiv zur Lösung wichtiger Probleme beigetragen haben. Das ist keine graue Theorie, denn 2500 Gemeinschaften in aller Welt geben derzeit ihre eigene Währung heraus, die unabhängig von der Landeswährung ist. Bei einigen dieser neuen Währungen handelt es sich um Papiergeld, wie zum Beispiel in der Stadt Ithaca im US-Bundesstaat New York oder die Talentwährung in der Schweiz. Der Großteil der Gemeinschaften in Kanada, Australien, Großbritannien, Deutschland oder Frankreich gibt jedoch elektronische Komplementärwährungen aus.
Warum entstehen solche Initiativen gerade jetzt? Kurz und bündig kann man antworten, dass diese Initiativen Probleme bewältigen, die sich im Rahmen eines einzelnen konventionellen Währungssystems als unlösbar erwiesen. Erst kürzlich zeigte eine Umfrage der Zeitung Die Woche, dass nur wenige Deutsche die politischen Parteien für fähig halten, die Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen oder die Probleme zu lösen, die durch die Kosten einer Überalterung der Bevölkerung entstehen. Komplementärwährungen haben dagegen in Japan, Neuseeland und Australien bereits bewiesen, wie beide Probleme effektiv angegangen werden können. Andere drängende Probleme -- etwa die Umweltzerstörung -- können ebenfalls durch die Verwendung dieser Währungsinnovationen behoben werden. Weitere Informationen und Auszüge aus beiden Büchern finden Sie auf der Website www.futuremoney.de.
Über den Autor
Nur wenige Menschen können auf eine ähnliche Bandbreite an praktischen Erfahrungen mit Währungssystemen verweisen wie Bernard Lietaer. Während seiner Zeit bei der belgischen Zentralbank war er mitverantwortlich für die Entwicklung des ECU, des Konvergenzmechanismus, der zur europäischen Einheitswährung führte. Bernard Lietaer fungierte des weiteren als Präsident des belgischen elektronischen Zahlungssystems. Seine Beratertätigkeit in Währungsfragen auf vier Kontinenten reicht von multinationalen Konzernen bis zu Entwicklungsländern. Er gründete den erfolgreichsten Währungsfonds und arbeitete als dessen Geschäftsführer und Währungshändler. Bernard Lietaer war Professor für Internationales Finanzwesen an der Universität von Louvain, Gastprofessor für archetypische Psychologie an der Sonoma State University und Forschungsstipendiat am Zentrum für nachhaltige Ressourcen an der kalifornischen Universität Berkeley.
WPI SPEZIAL
Liebe LeserInnen
Beiliegend eine Zusammenstellung der Auszüge aus Texten über Bernard Lietaer, die im WPI unter Neue Ökonomie erschienen. Für die Weihnachts-Nummer 1999 eine Perle. Die lebenswerten, freiheitlichen Alternativen zum gegenwärtigen Wirtschaftssystem sind in Sicht!
Bernard Lietaer
Die wahre Bedeutung von Geld S.2 Ganzheitliche Thesen zum Thema Geld von Bernard Lietaer, einem etablierten Banker: Bernard Lietaer gehört zu den seltenen Vertretern von etablierten Wirtschaftswissenschaftlern und Investmentbankern, die sich mit dem Thema Geld ganzheitlich und ursächlich auseinandersetzen. Er stellt die These auf, dass die grössten Probleme, die die Menschheit heute zu lösen hat, Ungleichheit und der Zusammenbruch von sozialen Gemeinschaften sind. Dabei spielt für ihn das herrschende Geldsystem eine entscheidende Rolle....
Gier und die Angst vor Knappheit werden....durch das jetzt praktizierte Geldsystem ständig erzeugt und vergrössert. Er führt als Beispiele an, dass man mehr als genug Nahrungsmittel für alle Menschen produzieren kann und dass es ausserdem ganz ohne Zweifel genug Arbeit für jeden einzelnen gibt. Was wirklich knapp ist, ist das Geld, um dies alles zu bezahlen. Somit liegt die Knappheit...in den nationalen Währungen selbst. Tatsächlich ist es die Aufgabe der Zentralbanken, diese Geldknappheit zu produzieren und aufrechtzuerhalten. Die Folge ist, dass alle gegeneinander kämpfen müssen, um zu überleben. Geld wird geschaffen, wenn Banken es beschliessen.
Der Beweis dafür, dass dieses Geldsystem (im alten Ägypten) etwas mit Wohlstand zu tun hatte, liegt für Lietaer darin, dass alles sofort beendet war, als die Römer diese Getreidewährung mit ihrer eigenen römischen Geldwährung, bei der es positive Zinssätze gab, ersetzten. Ägypten hörte bald auf, die Kornkammer der Welt zu sein und wurde zu einem Entwicklungsland...Neuste Forschungen haben ergeben, dass die Lebensqualität für Handwerker in Europa im 12. und 13. Jahrhundert am höchsten war, wahrscheinlich sogar höher als heute...
Der Archetypus der grosszügigen Mutter...symbolisiert Geburt und Fruchtbarkeit. Sie vertritt das Grundgefühl des Reichtums und des Überflusses, der Geborgenheit und der Gewissheit, versorgt zu sein. Sie unterscheidet sich damit grundlegend von der durch Knappheit, Verlorenheit und Angst geprägten Stimmung des patriarchalen Kapitalismus. Sie symbolisiert den Geist, der in der Materie inkarniert war, bevor die patriarchalen Gesellschaften die Materie und den Geist voneinander trennten. Für Lietaer gibt es hier eine direkte archetypische Verbindung zwischen zwei Kulturen, die beide ein Geldsystem mit Nutzungsgebühren verwendeten und dadurch einen ungewöhnlichen Wohlstand für alle Menschen erzeugten: das alte Ägypten und das Europa des 10. bis 13. Jahrhunderts. Die Verwendung dieses Geldsystems korrespondiert nach Lietaers Ansicht genau mit der Verwendung des gleichen Archetyps. Nach Lietaer versetzte die Erfindung des Schiesspulvers im frühen 14. Jahrhundert die Fürsten in die Lage, ihre Macht zu zentralisieren, und das erste was sie taten, war, das Monopol des Geldsystems durchzusetzten. Es wurden keine Kathedralen mehr gebaut, der Anreiz für langfristige Investitionen war verloren gegangen. (Tatta Viveka 10 Zeitschrift des Forums für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur www.syntropia.de)
Neue Ökonomie
Nochmals Bernard Lietaer, diesmal mit eigenen Worten: Der entscheidende Vorteil des Terras (die neue Währung) ist jedoch die von Natur aus eingebaute Nachhaltigkeitsgebühr. Sie garantiert die vollständige Integration der vorgeschlagenen Währung in das bestehende Marktsystem der realen Volkswirtschaft....Die historischen Aufzeichnungen belegen die bemerkenswerte Fähigkeit von Nachhaltigkeitsgebühren, über Jahrhunderte nachhaltiges Wachstum zu erzeugen. (Leitartikel aus punkt.um, der neue Kooperationspartner vom Ökomedia-Spiegel)
Die Bedeutung von Geld S.2 über die ganzheitlichen Thesen von Bernard Lietaer 2.Teil (1. Teil in der Weihnachtsnummer 1999, WPI 22 vom 21.12.99) Nach Lietaer ... liegt das Problem der Geldknappheit und der daraus entstehenden Armut im Geldsystem begründet. Er plädiert für lokale Währungen, die den Zinsmechanismus ausschalten. Der Archetypus der Grossen Mutter symbolisierte den Geist, der in der Materie inkarniert war, bevor die patriarchalen Gesellschaften die Materie und den Geist voneinander trennten. Die Bedeutung des kollektiven Unbewussten und die Unterdrückung der Archetypen (nach C.G.Jung): Der Archetyp der grossen Mutter wurde seit Beginn der bekannten Menschheitsgeschichte, seit 6000 Jahren gewaltsam unterdrückt. Das begann im Westen mit der indo-germanischen Völkerwanderung, verstärkt durch die Anti-Göttin-Haltung im Juden- und Christentum mit Höhepunkten in drei Jahrhunderten der Hexenverfolgung bis hin zur Viktorianischen Epoche. Der manifestierte Schatten in der Gesellschaft ist aufgrund des langen Zeitraums der Unterdrückung gewaltig. Die Schatten der Grossen Mutter manifestieren sich nach Lietaers Theorie als Gier und Angst vor Knappheit. Wenn eine Gesellschaft Angst vor Knappheit hat, wird sie eine Atmosphäre schaffen, in der die Ängste wohlbegründet sind. Es handelt sich hier um eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Lokale Währung als Pufferzonen gegen die Instabilität des globalen Währungssystems: Des weiteren zeigt Lietaer auf, dass die Regierungen keine Macht mehr haben und das wirtschaftliche wie das politische Geschehen von den Finanzmärkten regiert wird. ...Eine 50/50 Chance sieht Lietaer, dass dieses labile Spekulationsgebäude in den nächsten fünf bis zehn Jahren einstürzen wird....Dabei würde es sich bei diesem Zusammenbruch nicht nur um eine Wirtschaftskrise wie z.B. die von 1929 handeln. Die Tragweite wäre viel weitreichender....Gerade deshalb sind lokale Währungen so wichtig, denn sie stellen ein Bollwerk gegen eine Krise der globalen Wirtschaft dar und würden .... Umweltschutz und Kultur fördern. Heute haben wir das erste Mal in der Menschheitsgeschichte die Möglichkeit, aufgrund von Produktionstechnologien Überfluss schaffen zu können. Dies, in Verbindung mit dem Wechsel des Archetyps also einer eher matriarchal ausgerichteten Gesellschaft erlaubt uns, bewusst ein neues Geldsystem zu schaffen, welches für uns arbeitet (das jetztige tut es nicht, obwohl das die Werbung der ZKB verspricht Anm. M.R.), das Nachhaltigkeit zum Ziel hat und Gemeinschaft auf lokaler und globaler Ebene fördert. Nach Lietaer sind diese Ziele in weniger als einer Generation zu erreichen , ob wir sie tatsächlich erleben, wird davon abhängen, inwieweit wir fähig sind miteinander zu kooperieren, um unser Geldsystem neu zu erfinden. (Tatta Viveka 11 Zeitschrift des Forums für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur www.syntropia.de)
Seine Website: www.transaction.net/money
Seine Bücher: Das Geld der Zukunft und Mysterium Geld
Riemann Verlag One Earth Spirit.
Weitere Informationen: www.transaction.net (englisch), www.talent.ch, www.tauschringe.de und www.evolution.ch unter Clearinghouse.
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